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Der Naturpark Ticino

Der Naturpark wurde im Jahr 1974 durch ein Regionalgesetz der Lombardei eingerichtet. Voraus gegangen war ein Volksbegehren und ein dementsprechender Gesetzesvorschlag aus dem Jahr 1967. 1980 wurde der Flächennutzungsplan genehmigt, auf den sich die Regionalbehörde beruft. Die wichtigsten institutionellen Ziele des Regionalparks sind der Schutz des Flusses und des Flussbetts, der Tier- und Pflanzenwelt, die Reglementierung der Landwirtschaft und des Tourismus sowie der Erhalt der Landschaft.

Der Fluss Ticino ist nicht nur eine grüne Lunge in einer sehr dicht besiedelten und stark industrialisierten Gegend, sondern auch ein natürlicher Korridor, der sich etwa hundert Kilometer lang vom Fuß der Gebirge am Lago Maggiore bis zum Fluss Po hinzieht. DIE EVOLUTION DER REGION Die Po-Ebene war bis zur Eroberung durch die Römer ein riesiges, fast durchgehendes Waldgebiet. Die keltischen Völker hatten die Natur nicht verändert: sie lebten von der Jagd, von der Viehzucht und von primitiven Formen des Ackerbaus. Die Landschaft, die wir heute sehen, hat fast nichts „natürliches” mehr, denn sie ist das Ergebnis des menschlichen Eingriffs in die ursprüngliche Natur. Durch die Römer, die in diesem Gebiet eintrafen, wurde das Land vollständig verändert. Der Staat teilte das Land auf, um die eroberten Gebiete an die Legionäre zu verteilen. Ziel war es, die landwirtschaftliche Produktion zu steigern und die Kontrolle der einzelnen Grundbesitze zu ermöglichen. Der tausendjährige Forst wurde also abgeholzt, um der perfekten Geometrie der Felder Platz zu machen und bei diesem Eingriff, der fast die gesamte Po-Ebene betraf, konnten sich nur diejenigen Gebiete retten, die nicht direkt für die wirtschaftliche oder landwirtschaftliche Nutzung interessant waren: zum Beispiel die Flussgebiete, die zu steinig waren und in denen es oft zu Überschwemmungen kam und die Gebiete, die als ungesund galten, wie die Lomellina, und keine optimale landwirtschaftliche Nutzung erlaubten. Das Absinken der Bevölkerungsdichte im Mittelalter begünstigte die Ausbreitung der Waldgebiete, die stehen geblieben waren und auch die Jahrhunderte danach unbeschadet überlebten, da sie als Jagdreservate für die Adelsfamilien dienten. In den Jahrhunderten darauf sorgten die Mönche für die Abholzung, um neues Ackerland zu gewinnen, auf denen sie die neuen Techniken, die in den verschiedenen Klöstern entwickelt wurden, umsetzen konnten. Seit jener Zeit ging die Waldfläche Jahr um Jahr immer mehr zurück. Nur entlang der Flüsse und auf dem unfruchtbaren Boden des Heidelands haben sich die Bäume gerettet. Im Ticino-Tal gibt es noch einige Wälder auf tiefem, fruchtbaren Boden, die sich fast wie durch ein Wunder in den sechziger Jahren gerettet haben, als die Landspekulation begann, da man neue Gebiete für den Pappel-Intensivanbau brauchte und die Wälder abgeholzt wurden. Die Pflanzenwelt des Ticino-Tals bietet einen zeitlichen und räumlichen Querschnitt durch die Vegetation in der Po-Ebene. Zeitlich, da noch Waldflächen vorhanden sind, die den großen europäischen Regenwäldern lange vor der Zeit des Menschen entsprechen. Räumlich, da noch Arten zu finden sind, die anderswo verschwunden oder sehr selten geworden sind: typische Baumarten des Vorgebirges und Wasserblumen; Büsche, die in der bebauten Ebene nicht mehr vorhanden sind und medizinische Kräuter.
Malve
Die wilde Malve ist ein einjähriges oder zweijähriges Kraut, das zwischen Juni und August blüht. Die Blüten sind violett bis lila und die Frucht besteht aus vielen kleinen Beeren, die als Wirtel angeordnet sind. Die frischen Blätter und Keime, die sowohl gekocht, als auch roh gegessen werden, waren schon in der Antike wegen ihrer leicht abführenden Wirkung beliebt, wie wir von Cicero und Horaz wissen.
Kleines Knabenkraut
Unter den 16 Orchideenarten, die im Park wachsen, ist das kleine Knabenkraut auch auf den ersten Blick wegen der gepunkteten Lippe und der gestreiften Kappe unverwechselbar. Sie blüht zwischen April und Juni auf den trockenen Wiesen, in den Büschen und im Unterholz im Park. Der griechische Begriff „Orchis” bedeutet „Hoden”, was sich auf die runden, doppelten Wurzelknollen bezieht, die die meisten dieser Pflanzen aufweisen.
Veilchen
Eine in allen Kontinenten sehr verbreitete Pflanze in vielen Variationen. Die bekannteste Sorte ist das Märzveilchen (duftendes Veilchen), mehrjährig, bis zu 15 cm hoch mit dunkelvioletten, duftenden Blütenblättern. Das Rauhaarveilchen hat spitze, nicht duftende Blütenblätter, die Veilchen auf den Hügeln haben hellere Blüten mit schwächerem Duft und das Waldveilchen hat schmale Blütenblätter, die an der Spitze gefleckt sind. Im Park gibt es auch Stiefmütterchen und Feldveilchen, beide mit zwei- oder dreifarbigen Blüten in violett, gelb und weiß.

BUCHEN

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Nächte Zimmer

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